Leiter und Mitarbeiter der DPSG retten auf einem Hajk die Welt !!

 

Ohne dass es der Bevölkerung des Landkreises Hohenlohe weiter aufgefallen ist, haben LeiterInnen und Mitarbeiter der DPSG Stamm Ingelfingen am Wochenende des 28./29. Mai 2005 die Welt gerettet…

Los ging’s am Samstag morgen. Pünktlich (na ja wie das bei Pfadfindern halt ist) trafen wir uns um 9:00 Uhr am Truppraum, jeder mit seinen sieben oder vielleicht auch acht Sachen bepackt die er für die kommenden zwei Tage benötigte. Als erstes gab uns Sven eine Materialliste mit Dingen, die wir noch aus dem Materialkeller besorgen sollten. Natürlich alles so schnell wie nur irgendwie möglich. Dabei waren diverse Zeltstangen für das Jurtendach, die Dachplanen selber, ein Beil, Heringe, Töpfe usw. Das alles wurde zusammen mit uns und unserem Gepäck auf einem LkW verstaut, dessen Türen sich dann für die nächsten 30 Minuten hinter uns schlossen und nur für eine kurze Frischluftpause mal geöffnet wurden.

Nach einer halben Stunde Fahrt öffneten sich die Türen wieder, neugierig begannen wir zu raten wo wir wohl wären. Auf jeden Fall im Jagsttal, so weit waren wir uns sicher. Unter strahlender, eher noch brennender Sonne, durften wir dann den LkW abladen. Unter einem Schatten spendenden Baum gab’s dann die ersten Instruktionen:

Man schreibt das Jahr 2023, die Seuche „Svenella“ hat schon 2/3 der Weltbevölkerung sterben lassen. Und wir müssen einen Impfstoff in das Hauptlager unserer Gruppe, den „Georgs“, bringen. Allerdings kann es durchaus sein, dass wir von feindlich gesinnten Gruppen, den „Sanktis“, angegriffen werden können. Aus diesem Grunde dürfen wir die Wege die uns vorgeschrieben werden nicht verlassen….

Anschließend hieß es Material auf die Rucksäcke verteilen und nach der ersten Marschrichtungszahl losmarschieren. Allerdings gab es hier schon das erste Problem. Irgendwie wollte die Richtung die wir ermittelt haben nicht zu der passen, in die Sven uns schicken wollte. Bis sich herausstellte dass Sven bei der Ermittlung der Marschrichtungszahl ein kleiner Fehler unterlaufen war. Also führten wir die Methode „Marschrichtungszahl nach Wohlfarth“ ein, und es konnte weitergehen.

Das erste Ziel war der Ortseingang von Ailringen. Also lagen wir ja gar nicht so verkehrt mit unserer Jagsttal-Schätzung. Nach einer ersten Stärkung machten wir uns an die Bewältigung unserer ersten Aufgabe - der Überquerung eines Kanals. Hierfür wurde uns neben unserem bisherigen Material noch ein Alu-Seil zur Verfügung gestellt. Nach etlichen Versuchen und dem Einsatz von Moni und Claudl, die sich in die kalten und erfrischenden Fluten wagten, schafften wir es das Seil über den Kanal zu spannen. Anschließend wurde aus einem einfachen Seil noch eine Sitzschlinge gebaut, mit deren Hilfe wir dann einer nach dem anderen am Alu-Seil hängend über die Jagst rauschten. Es hat dabei tatsächlich niemand nasse Füße bekommen.

Nachdem wir alles Material wieder verstaut hatten gings nach Ailringen hinein. Für unser Abendessen mussten noch die Zutaten besorgt werden. Nach einigem Fragen hatten wir das geforderte beisammen und es konnte nach den Wohlfartschen Marschrichtungszahlen weiter gehen.

Nach etlichen Kilometern bergauf durch den Wald haben wir dann eine weitere Pause gemacht. Anschließend ging’s weiter. Über den Hesslachshof sind wir dann weiter in die Richtung gelaufen, die uns unsere Nachrichten vorgegeben haben. Schließlich erreichten wir ziemlich erschöpft, verschwitzt und erledigt unser Nachtquartier, den See in Weldingsfelden. Nachdem wir uns so weit es ging erholt hatten ging’s dann erst mal in den See baden. Das tat nach der anstrengenden Wanderung in der Mittagshitze echt gut. Später haben wir noch das Jurtendach und auch die Kohte aufgestellt. Nachdem wir dann noch Wasser geholt hatten und Svens Vater uns Hackfleisch vorbeigebracht hatte, stand der Zubereitung von echt leckeren Spaghetti Bolognese nichts mehr im Wege. Ein Lob noch mal an die Köche und Abschmecker. Nach dem Essen gings dann reibungslos in den gemütlichen Teil des Abends über, der mit Andy’s Geburtstagsständchen um Mitternacht seinen Höhepunkt fand. So nach und nach verkrümelten wir uns in unsere Schlafsäcke, sicher dass uns nichts passieren würde.

Doch dann, mitten in der Nacht, so gegen halb vier, hörte Micha Schritte, und Sven sah sie dann als erste, Eindringlinge, die sich an unseren Zelten zu schaffen machten. So schnell wie eben möglich nahmen wir die Verfolgung auf… aber konnten im ersten Anlauf niemanden schnappen. Nur ein Auto fiel auf, das in einiger Entfernung vom See stand. Beim überprüfen desselben kam schließlich Kimberly heraus. Flugs bekam Sie die Autoschlüssel abgenommen und wurde von Micha, Thomas, Andi und Martin zum Lagerplatz begleitet. Dort warteten dann auch schon Sebastian, Steffen, Sven und Patrick, die von selber zum Lagerplatz gekommen waren. Überraschenderweise gab es keine weiteren Fluchtversuche der fünf. Und so nahmen sie auch die von uns beschlossene Strafe, ein nächtliches Bad im Weldingsfelder See, ohne viel Widerrede hin. Kimberly war als erste im Wasser während sich die Jungens noch etwas zierten. Aber Steffen und Sven muß es gefallen haben. Sie sind die Strecke gleich zwei mal geschwommen. Anschließend durften sich alle noch etwas am Lagerfeuer aufwärmen bevor sie wieder nach Ingelfingen aufgebrochen sind.  

Wir legten uns so gegen fünf wieder hin und versuchten noch etwas Schlaf zu finden. Gegen halb zehn kam dann Evi bei uns vorbei und versorgte uns mit einem gigantischem Frühstück. Das war echt Spitze und hat uns die Energie für den Heimweg gegeben. Diesen haben wir nach dem Abbau der Zelte so gegen elf dann auch wieder angetreten. Unsere Wegvorgaben führten uns über Weldingsfelden zum Rodachshof und von hier aus zur Aussichtshütte in Ingelfingen. Es war schön Ingelfingen wieder zu sehen. Die letzten Meter liefen sich dann immer leichter, obwohl wir alle, bis auf Chrisi, die meinte das ganze hätte etwas von Urlaub, ziemlich erledigt waren. Gegen 3 Uhr sind wir dann am Nachmittag wieder am Truppraum angekommen. Das Material wurde noch verstaut und aufgeräumt. Nach einer kurzen Reflektion bekam dann jeder einen Holzbadge von Sven überreicht, den wir stolz in Empfang nahmen. Danach ging’s dann wieder nach hause, wo sich wohl jeder von uns erst mal ein Dusche gegönnt hat. 

Alles in allem war es auch für uns Leiter und Mitarbeiter mal interessant, welche Strapazen und Erlebnisse ein solcher Hajk mit sich bringen kann. Aber wir sind der Meinung, das wir das ganze nächstes Jahr wiederholen wollen.

 Also dann, bis zum nächsten mal !!

 Euer Micha